Hype um Snapchat

22.03.2016 | Trendletter

Ist Snapchat relevant für die Unternehmenskommunikation?

Dieses Thema beschäftigt die Werbe- und Marketingbranche derzeit stark. Auch wir denken viel über das Thema nach und versuchen die Chancen abzuwägen. Sascha Lobo hat am gestrigen Montag seine Gedanken zu dem Thema in einem Facebook-Post sehr treffend zu Papier gebracht, die wir an dieser Stelle gerne teilen möchten:

„DAX-Konzerne ohne Snapchat-Strategie sind praktisch jetzt schon pleite! BUCHEN SIE DESHALB SOFORT BEI MIR FÜR NUR 99.000,- EUR (Einführungsangebot) einen achtminütigen Kursus „Snapchat für CXOs“, in dem ich–

Haha, nein, Unfug. Das Problem, das sich gerade mit Snapchat ergibt, ist ein wiederkehrendes Problem sozialer Plattformen im Netz. Denn natürlich existiert ein so genannter „Hype“ um Snapchat, also ein größeres Getöse in redaktionellen und sozialen Medien (und auf Snapchat selbst, natürlich).

Aber.

Beim näheren Hinsehen ist es nicht EIN Hype, sondern ZWEI. Der erste besteht darin, dass vor allem junge Jugendliche und Kinder diese Plattform für ihre soziale Hochgeschwindkeitskommunikation verwenden (übrigens nicht nur diese Plattform, es gibt da oft parallele und schnell wechselnde Produktkonstellationen, diese Gruppe lässt sich kaum einengen). Ich glaube, dass sich via Snapchat gerade eine eigene Kommunikationssubkultur entwickelt, die höchst interessant Bilder, Verfremdungen, Kritzeleien und Worte miteinander vermengt und etwas wirklich Neues schafft.

Nur leider – oder besser: zum Glück – ist der zweite Hype davon völlig unabhängig. Es handelt sich um den Medien- und Markenleute-Hype. Die sind natürlich nicht doof und haben ein Gespür für die digitale Entwicklung, daher nehmen sie sphärisch wahr, dass dort etwas passiert. Snapchat-Reportagen und Snapchat-Kampagnen werden entwickelt, und bitte nicht falsch verstehen, ich finde das gut, es gibt ohnehin zu wenig Experimente in Deutschland.

Aber der erste Hype lebt besonders davon, dass Snapchat ein ungestörter, digitaler Raum für die Nutzer ist, ein Ort, wo man zu eigenen Bedingungen Austausch pflegt. Snapchat heißt für junge Leute: ein Kommunikationsraum für uns und nicht für die anderen, ein wichtiger Vorteil ist gerade die Abwesenheit von allen und allem, was nervt. Wenn man genau hinsieht, ist Snapchat auch genauso konstruiert, von den sozialen Verbindungen her, von den Anreizelementen her, von der Einfachheit des Ausblendens Unerwünschter Personen her. Und natürlich zu allererst vom Interface her, das selbst für digital erfahrene Erwachsene schwer verständlich ist.

Snapchat handelt nicht vom großen Mitmachen, sondern vom gemeinsamen Ausschließen bestimmter Gruppen. (Darin liegt übrigens auch die Monetarisierungskomplexität von Snapchat, die wiederum meiner Meinung nach der Grund ist für das kluge, aber noch nicht voll entwickelte Snapcash, als Basis für Snapcommerce, sozusagen.)

Und deshalb stört der zweite Hype den ersten, und je größer das Marketing- und Mediengetöse via Snapchat wird, desto weiter werden sich die beiden Hypes voneinander entfernen. Aber auch das ist nicht schlimm, es wird bloß unerwartet kommen für einige. Und immerhin bin ich absolut tausendprozentig sicher: Das deutsche Medien-Snapchat wird so superinteressant wie der große Erfolg des Social Publishing in Deutschland hoffen lässt.“

Google reiht mobiloptimierte Seiten weiter oben ein

Seit April 2015 gibt Google mit dem als „Mobilegeddon“ bezeichneten Update „mobilfreundlichen“ Seiten mehr Relevanz. Ab Mai dieses Jahres wird die Suchmaschine ein weiteres Update ausrollen, welches den Effekt noch verstärken soll, wie Google auf seinem offiziellen Blog erklärt. Seiten, die schon als mobile-friendly eingestuft werden, sind von dem Update in den kommenden Wochen nicht betroffen. Google bietet übrigens einen kostenlosen Test für Websites an.

Apple jetzt bei Googles Cloud-Dienst

Apple zieht mit der iCloud zu Googles Cloud-Plattform um. Einem Medienbericht zufolge wird Apple Teile, der in der iCloud abgespeicherten Daten auf die Server der Google-Cloud-Plattform auslagern. Im Rahmen des Deals mit Google investiert Apple Berichten zufolge 400 bis 600 Millionen US-Dollar. Bislang verwendeten sie das Konkurrenz-Angebot von Amazon, AWS. Hintergrund für den Wechsel sollen Kostengründe sein. Das ist bereits der zweite große Deal seit Diane Greene in der Leitung des Google-Dienstes aktiv ist. Auch der Musikdienst Spotify zählt von jetzt an zu den Nutzern von Googles Cloud-Plattform.

Bildquelle: Adobe Stock, Marino